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Viel Kampf, wenig Ertrag

Die Vorzeichen für den FC Rorschacherberg waren gut. Die gute Stimmung im Team, ideales Fussballwetter und ein erstmals nahezu vollzählig einsatzfähiger Kader versprachen beste Voraussetzungen für den Spitzenkampf.

Trotz der zuletzt erfolgreichen Spiele, wusste die erste Mannschaft, dass im Auswärtsspiel auf dem Arboner Stacherholz mit der AS Scintilla ein starker Gegner wartete. Der bekannte Vereinsname täuscht darüber hinweg, dass es sich nicht um die viele Jahre erfolgreiche Arboner «Italienermannschaft» handelte, sondern um KF Labinoti, die bisher als Teil des FC Amriswil aufgetreten war. Die Rorschacherberger Spieler stellten sich auf einen intensiven Spitzenkampf ein, mussten jedoch am Ende des Spiels frustriert bilanzieren, dass Fussball an diesem Abend eine Nebenrolle spielte.

Rorschacherberg defensiv eingestellt und versuchte, keine Räume offen zu lassen. Man war in erster Linie bestrebt, so lange wie möglich keinen Gegentreffer hinnehmen zu müssen. Nach rund 20 Minuten bekam der FC Rorschacherberg sogar die Chance, per Elfmeter in Führung zu gehen. Leider scheiterte Ramon Kohlbrenner am gegnerischen Torhüter. Rorschacherberg liess sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und hielt mit einer geschlossenen Teamleistung weiterhin entschlossen dagegen. Zehn Minuten vor der Pause wurde Kohlbrenner beim Kopfball im Strafraum vehement gestört und unterlaufen. Erneut zeigte der Schiedsrichter auf den Penaltypunkt. Gallo fasste sich ein Herz und verwandelte überzeugend zum 0:1. Rorschacherberg schaffte es, die überraschende Führung bis zum Pausentee zu halten.

Mit dem Pausenpfiff des Schiedsrichters begann auch der unrühmliche Teil des Fussballabends. Auf dem Weg zur Kabine wurden der Rorschacherberger Trainer und die Spieler von frustrierten einheimischen Zuschauern aufs Übelste beschimpft und beleidigt. Es fielen Worte, die weder auf den Fussballplatz noch sonst zur menschlichen Kommunikation gehören sollten.

Das junge Rorschacherberger Team spürte, dass an diesem Abend tatsächlich 3 Punkte möglich waren. Die Motivation erlitt jedoch zwei Minuten nach Wiederbeginn einen ersten Dämpfer, als KF Labinoti zum 1:1 ausgleichen konnte. Das Heimteam war nun nicht mehr zu halten. Das Spiel wurde ruppiger, die Zweikämpfe noch intensiver geführt. Die engagierte Leistung auf dem tiefen Terrain hatte an den Kräften des FC Rorschacherberg gezehrt. Das Team hatte den Angriffen von KF Labinoti immer weniger entgegenzusetzen und hoffte auf den Luck-Punch bei einem der seltener werdenden Konter. Schlussendlich war es aber der KF Labinoti, der zum 2:1 einnetzte. Während die gehässige Stimmung der Heimzuschauer nun in überschwängliche Freude kippte, ging stattdessen bei den Spielern des Heimteams die sportliche Fairness mit fortschreitender Spieldauer immer mehr verloren. Hinter dem Rücken des um eine saubere Spielleitung bemühten Schiedsrichters – und damit ungeahndet - wurde gespuckt, nachgetreten und geflucht. Nach den Schlusspfiff schmerzten das Rorschacherberger Team nicht die verlorenen drei Punkte, sondern dass an diesem Abend von Zuschauern und einem Teil der gegnerischen Spieler die sportliche Fairness und der Respekt gegenüber dem Gegner mit Füssen getreten wurde. In den unteren Ligen sollte das Fussballspielen in erster Linie Spass machen. Dieser ging am Samstagabend - zumindest vorläufig - verloren.

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